Manchmal braut sich Begeisterung zusammen

5Schülerskitag in Serfaus-Fiss-Ladis. Als Begleitperson bin ich für die Klasse meiner Tochter dabei. Und eigentlich auch als Beobachter dessen, was zwischen den Lehrerinnen, der Skigruppe und den Dienstleister am Berg so den ganzen Tag passiert.

Auffallend ist, dass die fast unscheinbaren Kleinigkeiten auffallen.

Am Parkplatz in Fiss ist Memet, der guten Morgen sagt, zu uns und zu vielen anderen Gästen. Und beim Einsteigen in die Gondel, der Mitarbeiter mit dem auffallend blau-gelben Handschuh, der einigen Schülerinnen hilft die Ski in die Gondel zu stecken. Noch keine Stunde unterwegs, hört man schon da und dort: „Die sind aber freundlich … das ist hier anders als …“

Und das Mittagessen mit 22 Schülerinnen. Wer kennt das nicht, doch oft eine unentschlossene Sucherei nach dem richtigen Essen in der dicken Speisenkarte, eine Hin- und Her-Rechnerei und stressig für die Begleitpersonen. Die Restaurants der Bergbahnen haben dieser Hektik auf ganz einfache Art und Weise ein Ende gesetzt. Die Speisenkarte für die Schülergruppen auf einem einzigen Zettel mit acht Speisen und ein Getränk dazu. 7,60 Euro. Egal ob Wiener Schnitzel oder Kaiserschmarren, Burger oder Pizza, mit oder ohne Salat. Einfach alles hat nur einen einzigen Preis. Eigentlich an Unkompliziertheit kaum zu übertreffen. Alles geht einfach und schnell im Panoramarestaurant auf Komperdell.  

Und die Frau von der Kassa des SB-Restaurants kommt zwischendurch an die Tische und erkundigte sich, ob alles passt. Irgendwie scheint das hier richtig rund zu laufen. Selbst auf eine „Horde“ 12jährige Mädls macht das Eindruck. 

Nachmittagsprogramm: Skifox, das Ding mit dem Stuhl auf einem Ski. Die Klasse stürmt die Station TAKE OFF, wo es viele verschiedene alternative Sportgeräte gibt. Anprobe, Vorführung von Joe und schon sind alle auf der Piste. Kein Ausweis, keine Anzahlung. Keine Listenschreiberei. Nichts, außer der Name der Schule und die Anzahl der Skifoxes will Joe wissen. Dass am Ende dieses Nachmittags das Ganze eine Einladung von Sport Patscheider ist, hat mich als Kenner von Franz Patscheider nicht wirklich überrascht, aber die Lehrer sind damit kurzweilig etwas überfordert, im positiven Sinne.

Ich will mir dann ein paar Minuten Auszeit nehmen, sitze in dieser großen TAKE OFF-Station und beobachte das Treiben. Leute kommen und gehen, quatschen mit den MitarbeiterInnen, reservieren Testski und brauchen neue Skibrillen oder Sonnencreme. Adriana sortiert irgendwie ganz viele Rodeln während sie nebenbei und ziemlich schwungvoll  den Telefondienst checkt. Emsig, vertieft und trotzdem den Blick auf alles, was sich hier in der Station so tut. Ich glaube, sie mag den Job. Paul, der Kalifornier, der Europa lieber mag, wie er mir erzählt, erkundigt sich zwischendurch, ob ich noch einen Wunsch hätte. Aus den zehn Minuten wird fast eine Stunde. Und mein Gefühl ist, als sitzte ich in einer Flughafenlobby, die sich irgendwie mit der Stimmung eines Wiener Kaffeehauses vermischt. Vielleicht ist das, was hier mit „we make people happy“ gemeint ist.

Ich habe große Muse, bin happy und begeistert ob der vielen unauffälligen Auffälligkeiten während des ganzen Tages. Begeisterung muss eben nicht ein einziger großer WOW sein. Begeisterung kann sich auch über den Tag hindurch zusammenbrauen.

Stefan Schranz

TIPP:

Was sind für Ihre Kunden beispielgebende Kleinigkeiten, aus deren Summe Begeisterung entsteht?

 

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