Kann die ORANGE Milch die Bauern retten?

bovino-2250136_1920Normalerweise schreibe ich über „Service, der Kunden begeistert“. Heute ein Beitrag über „Service, der die Anbieter zufrieden stellt“, im Speziellen die Milchbauern.

Derzeit liegt der Milchpreis noch zwischen 21 und 30 Cent für die Bauern, Tendenz sinkend, bei einem Verkaufspreis von weniger als 1€ in vielen großen Handelsketten. 

Verschiedene Steuerungsmaßnahmen, wie z.B. Milchquote oder die Aussetzung des Kartellrechts, werden wiederholt diskutiert oder wurden bereits angewandt. Mit mäßigem Erfolg. Die Feststellung, dass die Nachfrage den Preis regelt oder dass die Politik in Brüssel, Wien oder Innsbruck das Problem der Milchkrise nicht lösen kann, stimmt zwar, greift aber zu kurz, wenn eine nachhaltige Lösung angestrebt würde. Deshalb ein alternativer Vorschlag:

Was wäre, wenn die Kunden freiwillig 25 Cent mehr für einen Liter Milch bezahlten und dieser Mehrpreis direkt an die Produzenten weitergereicht würde?

  • Fachleute rechnen vor, dass dieser Mehrpreis das Überleben vieler Milchproduzenten ermöglichte. 
  • Bei einem Zirka-Prokopfverbrauch von 100 Liter pro Jahr würde der Mehrpreis 25 Euros im Jahr betragen. Für eine vierköpfige Familie wären das 100 Euro pro Jahr bzw. nicht ganz zwei Euro pro Woche oder 27 Cent pro Tag. 

Voraussetzung, der diesen freiwilligen Mehrpreis auch legitimiert, müsste die Erfüllung von Qualitätskriterien sein:

a) artgerechte Tierhaltung b) hohe Produktqualität und c) kurze Logistikdistanzen.  

Weiters mache ich den Vorschlag die gute Milch, für die freiwillig mehr bezahlt wird, in orangen Verpackungen in den Regalen der Geschäfte anzubieten und in speziellen Gläser in der Gastronomie auszugeben, frei nach dem Motto „tue Gutes und sprich darüber oder zeig es“.

Glücklichere Bauern. Glücklichere Kühe. Glücklichere Kunden. Social responsibility goes cow responsibility 😉 

Also, es liegt an uns Kunden und an den Bauern und deren Organisationen. Die „ganz hohe Politik“ ist lediglich beauftrag keine Hürden dagegen aufzubauen. Dann könnte „das mit der Milch“ wieder funktionieren.

Und noch zwei spezielle Videos.