Neujahrsbrief 2021 von Stefan Schranz. #106

Mein Foto des Jahres 2020.
Mir sind sieben Interpretationen dazu eingefallen. Eine lautet: „reduce to the max.“ Und dir?

Nicht alles, aber mehr, als wir uns vor einem Jahr vorstellen konnten, bleibt anders. Phase 1 war ein „Schwarzer Schwan“, ein Ereignis, das wir für unmöglich hielten. Phase 2 ein Sommer, der, was den Tourismus und die Freiheit betrifft, unerwartet gut war. Das lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken, weil die Menschen reisen wollen. Unstillbar die Lust auf Abwechslung und Natur, auf Berge, Wasser und Erlebnisse. Auf die magic places deiner Zeit. Und der Mon-Chéri-Effekt könnte die gut positionierten Urlaubsregionen beflügeln. Nun, mitten in der Phase 3, der wir mit Geduld und Respekt entgegnen müssen, bleibt uns der Blick nach vorne.


Ich habe seit März bei rund 100 Onlineveranstaltungen mitgemacht. Bei der größten, in der ich einen Beitrag als Referent leisten durfte, waren 780 Teilnehmer/innen. Von Hamburg bis Bozen, und alle saßen zu Hause und verfolgten, was wir mitzuteilen hatten. Wir haben gelernt Meetings und Vorträge online zu professionalisieren – Zoom, Teams und andere Plattformen haben uns viel Zeit geschenkt und viele Kilometer erspart, aber auch echte Begegnungen verwehrt. In Sachen Digital hat sich in einem halben Jahr mehr ereignet, als wir in einem halben Jahrzehnt erreicht hätten, wenn Corona uns nicht über Nacht überrollt hätte. Viel mehr Digital bleibt ab jetzt Alltag.


Zugleich hat sich die Qualität von zahlreichen persönlichen Begegnungen massiv gesteigert. Vielleicht, weil wir mehr Zeit hatten. Oder war es die Werteskala, die jede/r für sich – durch eine Reise nach innen – einem Update unterzogen hat? Deshalb schließe ich auch nicht aus, dass nach Corona die Sehnsucht nach  more of Soul-Service in den Vordergrund tritt. Service, der von innen kommt, intrinsisch und authentisch ist, und uns plötzlich erfahren lässt, dass es gut ist, wenn wir achtsam miteinander umgehen. Meine Erfahrung seit mittlerweile 40 Jahren als Dienstleister ist, dass exzellente Services an die Mitarbeiter zu transferieren eine ständige Aufgabe ist. Und ich weiß, dass das gelingt, wenn man die Sache gründlich und auch mit den richtigen Werkzeugen umsetzt. Das ist mehr Handwerk als Philosophie. Und besser konkret als abstrakt.


Einige unter uns haben in der Corona-Phase 1, die keine Zwangsentschleunigung, sondern eher ein Vollbremser war,  das Hamsterrad zum ersten Mal von außen betrachtet. Dieser Perspektivenwechsel hat irgendwie einen neuen Luxus eröffnet, den wir weitgehend beibehalten sollten, indem wir uns durch klare Führungsstrukturen in Kombination mit digitalen Kollaboration-Tools neuen Freiraum schaffen. Den Luxus, den wir benötigen, um kreative Lösungen für die neue Normalität zu schaffen.


Dieses neue Jahr startet im Lockdown. Viele Menschen fühlen sich in ihrer Freiheit massiv eingeschränkt. Das mag mitunter zutreffen, leider. Besonders interessant zu beobachten ist, dass einige der vermeintlichen (Hobby)Virologen und Krisenmanager zugleich die größten Masken- und Impfgegner sind.

Ich erlaube mir diesen Leuten drei Fakten zu übermitteln.
1. Weltweit müssen zwei Drittel der Menschen auf eine Impfung voraussichtlich noch bis 2024 warten. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)
2. In Kriegs- und Konfliktgebieten könnten laut SZ 60 Millionen Menschen gar nicht geimpft werden.
3. Impfen wirkt, wenngleich ich gegen eine Impfpflicht, stattdessen jedoch für ein klares Reglement bin, das die Nichtgeimpften schützt. Impfen wirkt, Pocken zeigt’s! (Quelle – FAZ)

Und noch drei Stichworte aus meiner Literatur – einfach so zum Nachdenken:

  • „Hygge“ – soll man googeln und die Bilder dazu wirken lassen.
  • Für Papst Franziskus ist Corona ein Reset-Schalter. Anm: Bevor wir wieder booten, sollten wir einige Bugs in unseren Köpfen beseitigen.
  • Digital wirkt am effektivsten, wenn es Werkzeug und nicht Ideologie ist.
    ABER: Wir dürfen uns nicht zum Werkzeug unserer Werkzeuge machen.

Ich wünsche dir, deiner Familie, deinen Kollegen und Freunden ein gutes neues Jahr, in dem wir das neue Normal lebenswert zu gestalten versuchen.

Stefan

2021 für deinen Social-Feed …

2 Gedanken zu “Neujahrsbrief 2021 von Stefan Schranz. #106

  1. Griaß di, Stefan –

    VIELEN DANK für deine intelligenten und inspirierenden Hinweise/Feststellungen/Kommentare – am besten gefällt mir „…Digital wirkt am effektivsten, wenn es Werkzeug und nicht Ideologie ist.“ – was dich, der du mich ja „etwas genauer kennst“, sicherlich nicht überraschen wird 🙂

    Ich wünsche dir und deiner Familie ein glückliches, erfolgreiches – vor allem aber – ein GESUNDES 2021

    Herzlichen Gruß aus´m Lecht´l
    Andi

  2. Hallo Andi

    Danke für dein Feedback. Es freut mich, dass wir uns seit nunmehr über 40 Jahren über Werkzeuge, Strukturen und natürlich auch über Philosophie unterhalten.

    Bild bald in diesem neuen Jahr – freu mich auf ein gutes Glas Rotwein
    Stefan

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