Switch off? on? oder wie?

Bildschirmfoto 2017-08-08 um 18.13.20Der Appell „SWITCH OFF, und hol dir dein Leben zurück“ von Monika Schmiderer ist ein interessantes Projekt zur Sensibilisierung hinsichtlich der Bewältigung des digitalen Alltages.

Meine folgenden Punkte wiederspiegeln lediglich ein paar Gedanken dazu und werden im Kontext des Projektes www.switchoff.at mit der Zeit wachsen, die neuesten Überlegungen immer zuoberst, und stets auch mit Bezug auf Management im Allgemeinen und Selbst-Management im Speziellen. Und in der Erwartung, dass der eine oder andere Gedanke auch in der Praxis Nutzen bietet.

27. Sept. 2017

Nach einigen Kapiteln, die ich aus dem Buch „Switch off“ umgesetzt habe, nur drei Gedankensplitter, die vielleicht zum Weiterdifferenzieren anregen:

  • Switch OFF lässt dich in eine Ambivalenz schlittern, die notwendig ist, um dem wenigeren Switch ON Qualität zu geben.
  • Dem radikalen Ausblenden von allem Unwesentlichen im Netz führt automatisch zu „mehr OFFline“. Das ist ein Lernprozess, der wiederum dazu führt, dass in allen anderen Medien mehr ausgeblendet wird.
  • Aus dem „OFFline“ spürt man, dass ohnehin viel zu viel vertextet, verbildert, verzerfiziert und vertont wird. Wozu? Es reicht vielleicht ein Zehntal von Allem!

 7. August 2017

Möglicherweise löst  „Switch off…“ die Diskussion über das Dauerfernsehen ab?! Und was war vor den großen Fernsehapparaten? In den frühen 1960er Jahren haben sich vielleicht Kaffeehausbesucher gewundert, warum es Menschen gibt, die den halben Tag ihre Köpfe in die Zeitungen steckten, also irgendwie stets „online“ oder eben „onpaper“ waren. Und wer immer nur Bücher las, war doch auch schon in einem „digital second Life-Modus“, nur hat es damals diesen Begriff noch nicht gegeben, aber die Gedanken waren selten im Moment, in der Realität, sondern am imaginären Schauplatz der Romanhandlung. Also fast alles irgendwie, wie heute.
TIPP: Die Dosis macht´s.


Ob wir online oder offline sind, obliegt unserer persönlichen Entscheidung und wir selbst haben die Hoheit darüber.
Worauf wir ganz wenig Einfluss nehmen können, sind die Dauerbeschallungen in öffentlichen Zonen, in Restaurants und Geschäften. Auch die Kinder im Zug oder im Flugzeug,  aus deren Killerspielen im Sekundentakt „shoot … fack you … „ und ähnliche Scheiße schallt,  fallen in diese unbeeinflussbare Zone, der wir immer öfter ausgesetzt sind. Aber auf ein „switch off“ oder ein „put on your headphones“ der Letztgenannten hätten zumindest die zumeist kriegsspielbejahenden Eltern einen Einfluss, wenngleich mein Optimismus in dieser Hinsicht bescheiden bleibt.
TIPP: Sagen, dass man Ruhe will.


Das Jahr hat ca. 9.000 Stunden. Ein Drittel schlafen wir, ein Drittel wenden wir für die Arbeit auf und ein Drittel haben wir irgendwie Freizeit, sofern wir uns diese nicht durch „dummes Onlinesein“ stehlen lassen.
Wissen wir überhaupt wieviele Stunden wir wirklich produktiv arbeiten und unproduktiv bzw. „ununterhaltsam“ online sind?
Ich schreibe seit 1980 ein Logbuch. Man kann auch Tagebuch oder ActivitiyReport dazu sagen. Seit Jahren finden sich diese täglichen Zeilen in einer Excel-Datei. Aufwand: gefühlte 30 Sekunden pro Tag. Deshalb weiß ich ungefähr wohin meine Zeit mündet und  gelingt es mir einigermaßen mich selbst zu zwingen „Digitaldummheiten“ ziemlich gut zu vermeiden oder eben mich wieder einmal darin zu finden, dass die letzte Stunde vergeudete Zeit war. Das hat´s bei mir aber auch schon vor der Internetzeit gegeben 😉
TIPP: Reflektieren.


Müssen wir wissen wie lange wir in der Arbeit oder Freizeit oder dazwischen online oder offline sind? Vielleicht ist die Antwort auf diese Frage völlig irrelevant, weil von Zunft zu Zunft und von Leben zu Leben und von Anlass zu Anlass diese Frage überhaupt nicht generell beantwortet werden soll.
TIPP: Differenzieren.


Bevor das Internet Mitte der 1990er Jahre Einzug in unserem Leben hielt, hat es auch schon ausreichend Möglichkeiten gegeben, seine Zeit zu vergeuden. Nur das Medium „www“ war neu und stets griffbereit. In der ständigen Präsenz liegt ein Teil des Problems. Oder vielleicht doch in der Inkonsequenz das ganze „Digitalding“ einfach systematisch zu bestimmten Zeit, Anlässen oder Stunden beiseite zu legen. Vielleicht reicht es auch, nur facebook für eine Zeit auszublenden. Und wie wär´s mit dem Radio im Büro? … ist doch auch ziemlich oft ein Aufmerksamkeitskiller, vor allen Dingen in Großraumbüros.
TIPP: Konseqeuntes Switch off zu bestimmten Zeiten.