Künstlicher Auto-Lärm ist eine nervige UnLösung? blog73

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Anpiepsen reicht, man muß deswegen ja nicht gleich die ganze Wohnstraße einlärmen.

Ein EU-Gesetz schreibt vor, dass Elektro-Autos, die ab heute – 1. Juli 2019 – neu homologiert werden, ein Geräusch erzeugen müssen. Nicht zuletzt, weil blinde Fußgänger die Autos sonst nicht wahrnehmen können. Ich vermute, von Blinden kommt dieser Vorschlag bestimmt NICHT, weil deren Aufmersamkeit in der Regel ausreicht, um herannahende Fahrzeuge wahrzunehmen. Der Vorschlag stammt wohl eher von vermeintlich Blinden, die lediglich zu faul sind zu schauen, bevor sie die Straße überqueren. Oder ist das gar ein Versuch, innovative Entwicklungen zu behindern, weil einige wichtige Entscheidungsträger die Kraft und die Geschwindigkeit der gegenwärtigen Disruption im Automobilsektor verkannt haben?

In diesem Zusammenhang wird in einem Beitrag von „nano“ auf 3Sat die Frage gestellt, ob eAutos künftig den Sound von Verbrennungsmotoren oder gar ganz eigene, andere Geräusche erzeugen?

Ein Psychoakustiker meint, dass dann ein Sportwagen anders klingen muß als eine Luxuslimousine. Zudem ginge es um weit mehr als den EU-Vorschriften Folge zu leisten. Der Sound, also unnötiger Lärm in öffentlichen Zonen, soll auch den Verkaufserfolg in Zukunft sichern. Der unverwechselbare Sound könnte zudem noch stärker wirken als ein Werbeslogan.

Da stelle ich mir dann die Frage: Jodeln dann die BMWs?  Spielen Mercedes Mozart? Und klingen Ferraris wie röhrende Hirsche? Dass ich hier nicht übertreibe, zeigen in folgendem Video die 20 Sekunden von Minute 2:50 bis 3:10

Da Entwicklung meine tägliche Arbeit begleitet, ein Vorschlag an die gesetzgebenden Instanzen:

Situativen Sound – JA, aber nur im Bedarfsfall. Nämlich, wenn Fußgänger oder Radfahrer in der Nähe des Autos sind. Ob dieses Signal dann manuell ausgelöst oder automatisch aktiviert wird, ist eine Frage der Bereitschaft des Fahrers und/oder der technischen Entwicklung. Zweiteres können innovative Autofirmen aufgrund ihrer Sensoren-, Kamera- und LiDAR-Technik ohne großen Aufwand umsetzen.

Permanenten Sound – NEIN! Wozu beim Durchfahren einer einzigen Wohnstraße 100te Menschen belästigen, wenn nur ein einziger Fußgänger angepiepst werden soll?

PRAXIS-TIPP für meine Kunden und Leser/innen

Schaffen Sie nie künstlichen Lärm, wo dieser mehr Menschen stört als unterhält oder informiert. Vermeiden Sie unnötigen oder unpassenden Lärm in den quasi öffentlichen Zonen Ihrer Firma. In der Hotel-Lounge, im Geschäft, im Patientenwarteraum, im Sozialraum der Mitarbeiter oder auch in den Tiefgaragen von Kaufhäuser und Banken. Überall mag Musik oder Information bedacht gewählt werden. Nur Sound des Lärmes wegen oder weil halt die Technik zur Verfügung steht ist unsinnig und wirkt störend.

Und ein TIPP an die Gesetzgeber und Autobauer: So geht Autoakustik…

PS: Der schönste Sound bei Autos ist kein Sound. s. auch > „Krawall nervt“


Redakteur: Stefan Schranz, GF der www.schranz.com

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Der schranz.blog findet im Kontext meiner beruflichen Tätigkeit als Vortragender für Kundenbegeisterung, Organisations-Entwicklung und Digital-Management – und meinen besonderen Interessen für gesellschaftliche und technische Veränderungen statt.

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