Neujahrsbrief 2025 von Stefan Schranz. #137

1 KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
2 TOURISMUS
3 DIENSTLEISTUNG
4 POLITIK
5 EINFACHHEIT

1 KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
Bereits 2025 kann uns die KI täglich begeistern und/oder „um die Ohren fliegen“

Chancen und Gefahren oder Fluch und Segen sind Geschwisterpaare. So ist es auch mit der KI. ChatGPT ist gerade mal rund 750 Tage alt und schon durchdringt dieses KI-Tool, neben derzeit ca. 2000 weiteren KI-Werkzeugen unseren Alltag.

Mir bietet dieses „Google+++“ jeden Tag neue Erfahrungen. Ich bin überwältigt, was KI kann. Und ich bin zugleich überrascht, welche Fakten und Infos mitunter ausgespuckt werden.

92.000.000.000 (92 Milliarden) Nächtigungen soll Tirol im Jahr 2023 gehabt haben. Erst beim zweiten Versuch war die Zahl mit 48,4 Mio. richtig. Und wenn ein Werbetext für Ischgl und Innervillgraten beinahe gleich klingt oder KI-geschriebene News-Letters „arschlangweiliges“ Markenting-bla-bla enthalten, dann ist Skepsis angesagt.

Wer Fachwissen aus der KI abruft, sollte bedenken, dass die generierten Informationen oft an individuelle Erwartungen angepasst sind – sozusagen „geschmackvoll“ auf die Nutzer abgestimmt. Dies kann jedoch dazu führen, dass durch die zugrunde liegenden Algorithmen eine Art „Wissens-Inzucht“ entsteht, bei der bestehende Denkmuster verstärkt und alternative Perspektiven ausgeblendet werden.

Aktuelles Fachwissen aus einem Buch hingegen ist in der Regel stabil, verifiziert und damit vertrauenswürdiger. Um KI-generiertes Fachwissen bewerten und sinnvoll nutzen zu können, ist daher ein solides Fundament an Fachwissen unerlässlich.

Ergo, Vorsicht ist angesagt. Aber sich nicht mit der KI zu beschäftigen verursacht mit Sicherheit ein Steckenbleiben in der Gegenwart.

Wenn du noch nichts mit KI auf dem Hut hast, rufe www.chatgpt.com auf und schreibe zB folgende Prompts (Fragen, Aufträge) als Nachricht an ChatGPT:

… das Rezept mit detaillierten Zutatenhinweisen war umfangreich. Ich hab´s gekocht, und es hat hervorragend gemundet. Voll „analog“, gustativ – mit Wein und so 😉

Ein paar weitere Prompt-Beispiele:

Prompt (Auftrag) an ChatGPT zum Titelbild dieses Blogs:
Mal mir ein Bild über: Künstliche Intelligenz. next Tourism Quality!? Profis lernen täglich. Populisten nicht auf den Leim gehen und anspruchsvolle Einfachheit
Prompt: Schreib mir eine Zusammenfassung des Buches „Das Haus“ aus dem der gleichnamige Thriller, in dem Tobias Moretti die Hauptrolle gespielt hat, auf 15 Zeilen.
Prompt: Suche für mich einen Rabattcode für eine Bahnfahrt nach Paris
Prompt: Welche Skimodelle gibt es für: Körpergröße 171cm, 66kg, sportlicher Skiläufer – mehr Genuss als Speed. Setpreis 1000-1400 Euro.
Bei meinem Skikauf kurz vor Weihnachten hat ChatGPT einen zweckdienlichen Input geliefert.

Meine Empfehlungen hinsichtlich KI für das bevorstehende Jahr 2025:

  1. Wir sollten „radikale Selektion“ dessen lernen, welche Informationen wir einfordern oder verarbeiten und welche gefühlten 99% von vornherein ignoriert werden sollen.
  2. Wir sollten uns Grundkenntnisse über „Flow“ und „deep work“ aneignen … MUSS Pflichtliteratur in der Schule werden, um die Konzentrationskompetenz nicht völlig degenerieren zu lassen! Ich trainiere derzeit auch, mich für bestimmte Stunden auserhalb des „Magnetfeldes“ der Tastatur und des Smartphones aufzuhalten, um Recherche für den Vortrag „Die Work-Life-Balance-Falle“ (Arbeitstitel) durchzuackern.
  3. Wir sollten uns eine neue Goldgräbermentalität aneignen.
    Wie? Indem wir eine Liste mit den besten Links und Prompts anlegen, die unsere Lebensqualität befruchtet und nicht uns unserer Lebenszeit beraubt. Grabe nach „Gold“, also nach den besten Contents im Web.

Diese Empfehlungen gelten im Übrigen auch für die Sozialen-Medien.

Zum Schluss dieses ersten Punktes, sagt Yuval Noah Harari in „Nexus, 2024“:
„Neuartige Technologien enden oft in historischen Katastrophen, nicht weil die Technologie von Natur aus schlecht ist, sondern weil die Menschen erst mit der Zeit lernen sie vernünftig zu nutzen“.


2 – TOURISMUSnext Tourism Quality!?

„Komplettes Alkoholverbot am Malle-Strand“ (Bild, Mai 2024)
„Miami Beach will Party-Tourist:innen loswerden“. (ZIB März 2024)
„50 Euro Strafe – Oben-ohne-Verbot sorgt für erhitzte Gemüter bei Gästen. Eine strenge Regelung bringt Urlauber auf die Palme (Grado August 2024)

Diese Liste könnte weitergeführt werden. Von Ibiza bis in die Zentren einiger Apres-Ski-Destinationen.

Das Problem „Suff-Tourismus“ betrifft viele Orte. Drei Überlegungen dazu:

  1. Wegen gefühlten 1% Suff-Touristen (auch einige einheimische Gäste zählen dazu) wird ein großer Rest der Bevölkerung und der Gäste belästigt.
  2. Es braucht konsequente und exekutierbare Regeln, die von Gemeinde, Tourismusverband und Verursacher gemeinsam erstellt werden müssen. So zB eine Einbehaltung einer Reinigungs- und Belästigungs-Entschädigung, sofern gegen die Regeln verstoßen wird. Die Regel kann einfach lauten: „saufen, kotzen, brunzen und grölen im öffentlichen Raum ist nicht erlaubt“.
  3. Mut zur Positionierung. Anfang der 2000er Jahre hat Jack Trout ein großartiges Buch über „Positionierung“ geschrieben. Der Titel: „Differentiate or die“. Es ging neben der strategischen Differenzierung auch um die Zielkunden, die man ansprechen und gewinnen will.
    Heute, 20 Jahre später, muss ein Kapitel hinzugefügt werden. Nämlich explizit Zielkunden zu benennen und dies in der Promotion zu kommunizieren, die man NICHT als Kunde oder Gast will! Das braucht Mut zu einer unmissverständlichen Strategie. Die Gewinner werden jene sein, die auf 1% der Suff-Touristen verzichten und den Rest zu begeistern in der Lage sind.  Das gelingt im übrigen auch mit gutem Aprés Ski, mit Bikepartys und vielen anderen geselligen Lustbarkeiten, die uns großartig unterhalten können.

Wir müssen „Tourismus 5.0“ bzw. „next Tourism Quality“ thematisieren. Diskutieren über die Qualität, die ideale Quantität und den nächsten Quantensprung, der in einer Zeit wie dieser schneller initiiert werden muss, als wir gewohnt sind.


3 – DIENSTLEISTUNG – Profis lernen täglich

Personalmangel und erhebliche Fluktuationen, die für Unternehmen und jene Mitarbeiter:innen, die unter Hochdruck fehlende (Wo)manPower kompensieren müssen, sind eine der größten Herausforderungen der Gegenwart.
Hinzu kommt die Work-Life-Balance-Mentalität, die, wie mir scheint, unreflektiert in Stein gemeißelt wurde. Dabei impliziert das Wort Balance geradezu eine Langeweile, die wenig Abwechslung zulässt und schon gar nicht die privaten (monetären) und beruflichen Anforderungen berücksichtig.

Licht am Ende des Tunnels wird es im bevorstehenden Jahre kaum geben. Die Politik ist in der Schuld vieler ehemaliger Wahlversprechen. Und der demographische Wandel verstärk diese Problematik. Ausgeliefert ist man trotzdem nicht, denn intern kann der unternehmerische Einfluss in kurzer Zeit große Wirkung hervorbringen.

Dafür findet am 1. Februar der Rollout von „ServiceTipp.com“ statt. Die APP liefert täglich einen 3-Minuten-Input zur Verbesserung der Arbeit in den Unternehmen. Detailinfo und Anmeldung zum kostenlosen Bezug der ServiceTipps für 3 Monate gibt es ganz einfach durch die Voranmeldung in > www.servicetipp.com


4 – POLITIKPopulisten nicht auf den Leim gehen

Kara Swisher, geboren 1962 in New York, ist eine der einflussreichsten Stimmen im Tech-Journalismus. Sie ist eine scharfsinnige Beobachterin der aufstrebenden Technologiebranche und titelt im Handelsblatt-Interview von Felix Holtermann am 16. Sept. 2024:

„Elon Musk muss in Therapie, ganz einfach“

Meines Erachtens eine gute Idee. Am besten mit Trump. Ob´s was nützen würde bezweifle ich, denn die Hardliner unter den Libertären sind radikal. Und dann gibt es noch Xi Jinping, die Iraner, Putin, Orban und ähnliche Konsorten in den nationalen Strukturen, als Achse der Diktatoren oder Autokraten, die mit ihrer Dynamik die EU geradezu provozieren, sich besser aufzustellen, selbstbewußter aufzutreten und die liberale Demokratie zu verteidigen.

Die EU, der wir in Österreich seit genau 30 Jahren angehören, hat Schwächen, ist überbürokratisiert und nicht selten den Lobbyisten ausgeliefert. Der Hut brennt an vielen Ecken. Nur: was wäre ein Europa der vielen Nationalstaaten, die kaum einen gemeinsamen Nenner hätten? Warum ist Europa ein place to be, vor allem für viele Korrupten dieser Welt, die in ihren Ländern dem eigenen Volk wenig Perspektiven bieten?

Nun, was hat das, im Wissen, dass wir keinen Einfluss darauf haben, mit diesem Blogbeitrag zu tun?

Die Radikalen dieser Welt erheben destruktive und subversive Politik zum neuen State of the Art. Im Großen wie im Kleinen – wenn die da oben …. dann tun viele von denen da unten auch ein bisschen so. Im Kleinen haben wir einen Einfluss. Deshalb müssen wir uns für Politik interessieren, unsere Meinung sagen und jenen Bürger:innen, die sich ständig rühmen, dass sie keine Nachrichten schauen, gleichzeitig aber die besten Lösungen zu haben scheinen, sagen, dass sie zumindest nicht den Populisten auf den Leim gehen sollen, um allenfalls einen Öxit/Dexit zu verhindern oder gar Teil einer Achse zu werden, die dem Lebensstil einer freien Gesellschaft einen linken oder rechten Haken verpasst.


5 – EINFACHHEIT – genauer: Anspruchsvolle Einfachheit

Wie im letzten Neujahrsbrief vom Jänner 2024 angekündigt – ein paar Worte zu „Einfachheit“ im Design, im Web und in der Sprache.

In Sachen Einfachheit im Web ist nach wie vor Amazon das bekannteste Beispiel, wenngleich Amazon bestimmt keinen Designwettbewerb gewinnen würde.

Hinsichtlich Design gibt es mittlerweile viele Content-Management-Systeme inklusive 1000de Templates mit hervorragenden Designs. Vorsicht sei angebracht, wenn Websites ohne spezielle Ansprüche overdesigned werden und im Zuge der kreativen Verwirrung diese Werke dann auch noch 30.000 Euros und mehr kosten.

AirBnB und UBER, sowie das Grafikprogramm Canvas für den einfachen KMU- oder Privat-Gebrauch sind Weltmeister in Sachen Usability und somit Blaupausen für alle, die mit ihren Websites ähnliche Kundenerwartungen im Web erfüllen wollen.

Und gibt´s auch etwas aus Europa? Viel, jedoch weniger prominente APPs/Portale. So sind zB www.pixabay.com (kostenlose Bilder), www.easyparkgroup.com oder www.arivo.co (die als Parkplatz- oder Garagenbetreiber Parkgebühren verwalten und kassieren lassen oder Kunden ermöglichen mit dem Handy zu bezahlen) und www.evehome.com (Smarthome) beispielgebende APPs, die ich ständig verwende und deshalb aus Erfahrung empfehlen darf.

Uuuups, dieser Neujahrsbrief war wohl dem Magnetfeld der Tastatur ausgeliefert. Ich freu mich, wenn du für dich ein paar interessante Infos daraus in das neue Jahr mitnimmst.

Ich wünsche dir, deiner Familie und Freunden von Herzen alles Gute und ein gewissermaßen neugieriges, zufriedenes und glückliches Jahr 2025.

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