Abschied von Diesel und Co. Kann das DE?

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Schön. Aber alt.

Leserbrief an „Die Zeit“

Als Dieselfahrer, der Freude am Fahren hat,  verfolge ich die Nachrichten zum Thema Dieselgate und die damit einhergehenden Stellungnahmen. So auch das Interview mit dem Vorsitzenden des Vorstandes von BMW, Harald Krüger, in der „Die Zeit“ vom 22. Oktober.

Man muss sich nicht wirklich bemühen, um zwischen den Zeilen lesen zu können, dass das Thema „Abschied von Diesel und Co“ auch bei BMW nicht wirklich auf der aktuellen Agenda zu finden ist.

 Mir scheint, die besten Autobauer der Welt stecken soeben den Kopf in den Sand. Abgesehen von der mitunter peinlichen Kommunikationspolitik von VW sind lediglich Studien und nebelhafte Zielvorstellungen, die in ferner Zukunft liegen, aus Deutschland zu vernehmen. So will sich Krüger bis 2025 zu einem Elektroauto Gedanken machen, das teilautonom oder sogar autonom fährt. Nun gut, aufmerksame Beobachter der Szene wissen, dass bei Tesla das Elektroauto hervorragend funktioniert und die Autopilotfunktion seit letzter Woche vollumfänglich geliefert wird. Da bleibt zu hoffen, dass die Autos made in Germany ihrem Ruf wieder sehr schnell gerecht werden und diesen offensichtlichen 10-Jahresrückstand innerhalb weniger Monate aufholen. Mehr Zeit bleibt nicht, um eine allfällige „Nokiatisierung“ zu verhindern, insbesonders vor dem Hintergrund, dass die Autogranden ohnehin viele Patente für funktionierende Elektromobilität als Geschenk erhalten haben.

Nun weiß ich, dass „die Autoprofessoren“ viele Argumente finden, die ein Weiterwurschteln mit alter Technologie begründen. Aber wie so oft tickt der Markt nicht immer nach dem Diktat, das aus Elfenbeintürmen tönt. Es kann also passieren, dass der Nachfrage nach echten Elektroautos eine exponentielle Entwicklung bevorsteht.

Die Bitte nach staatlicher Förderung, um die Elektromobilität voranzutreiben oder der Wunsch, dass die Kommunen die Infrastruktur für das „Aufstromen“ der Autos schaffen sollten, ist irrelevant, denn Silicon Valley bietet dazu Blaupausen.

Eine ganz andere Frage würde ich stattdessen in den Vordergrund stellen: „Was ist, wenn unsere Enkelkinder in einigen Jahren die derzeit schaffende Generation, allen voran die Entscheidungsträger in der Politik, verklagen, weil wir wider ausreichendem Know-how und funktionierender Technik unnötigerweise die Umwelt grob fahrlässig beschädigen?“ 

Ich hoffe trotzdem auf ein nachhaltiges „Made in gEermany“. Auf dass die Technik das hält, was die Studien aus DE erwarten lassen. 

Stefan Schranz – www.schranz.com