Frühstück mit Silicon Valley. blog66

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Stefan Schranz, SMS. Dr. Mario Herger, enterprisegarage – Silicon Valley

Die Leute reden nicht mehr miteinander … beschäftigen sich nur mehr mit ihrem Handy. Schlimm… Kennen Sie das?

Ich spreche mit vielen Menschen. Solchen, die ich nie zuvor gesehen habe, die ich ohne „dem Digital“, dem Smartphone, dem Internet nie im Leben kennengelernt hätte. So auch bei einem spontanen Frühstück mit Dr. Mario Herger, seit fast 20 Jahren wohnhaft in Silicon Valley, forscht nach Technologietrends, Autor, Blogger und Berater für Unternehmen zu Themen wie Innovation, Intrapreneurship, Kreativität, Silicon Valley Mindset und Gamification.

Ein paar zusammenfassende und rekonstruierte Kernaussagen aus unserem Breakfast-Talk, darf ich folgend meinen Leser/innen weitererzählen:

  • Im Silicon Valley arbeiten und leben rd. 60.000 Personen aus Deutschland, 3.000-4.000 aus Österreich und rund 2.500 Schweizer/innen. Unterhaltungen mit diesen Menschen sind besonders interessant, weil sie „beide Welten“ kennen. Und sehr oft staunen, dass viele Menschen mit „alter Denke“ im Herkömmlichen gnadenlos stecken bleiben.
    Dies ist mE weniger eine Frage von Europa vs. Amerika oder Alt vs. Jung. Ich glaube, es ist eher eine Frage der Branche, auch der Region – Silicon Valley ist eine Region und nicht wie ganz Amerika – und es ist eine Frage der Firmenkultur, die Innovation verhindert, Disruption verdrängt und open mind als Spinnerei abtut; oder eben das Gegenteil zulässt oder gar fördert.
  • Demgemäß gibt es in bestimmten Branchen, Firmen und Regionen auch zu viele Mitarbeiter und Führungskräfte, die für gute Lösungen die Probleme dazu erfinden. Wir müssen uns also fragen: „Wie geht etwas?“ und nicht: „Wie geht etwas nicht?“
  • Viele Entwicklungen im Valley haben nicht zum Ziel die gegenwärtigen Prozesse zu optimieren sondern Abläufe völlig neu zu gestalten. Geschäftsmodelle anders zu denken. Und dann: MACHEN, PROBIEREN. LERNEN. Wenn´s nicht funktioniert, gilt, dass man intelligent scheitert. Heißt: schnell aufhören, abhaken. Andere Wege gehen, auf´s Neue probieren…
  • Wer mit Mario ein paar Startups, innovative Firmen und Locations im Silicon-Valley besucht MUSS dort einmal selbst UBER fahren oder eScooter mieten, wenn er das hier in Europa nicht ohnehin schon macht. Es geht dabei nicht um UBER oder Axios, es geht um den Komfort, den Kundennutzen, es geht um die Unkompliziertheit, um benutzerzentriertes Durchdenken von Abläufen.
  • Man findet im Valley keine Blaupausen für sein eigenes Geschäft. Stattdessen gilt es die Stimmung, die Art und Weise an Dinge heranzugehen zu verstehen. Das dauert meistens ein paar Tage, wie mir Mario erzählt, aber bei vielen seiner Besucher machts dann plötzlich „klick“ und sie verstehen, wie dort Innovation und Disruption „passiert“.
  • Manchmal ist Mario Herger überrascht, dass Leute, die nach Übersee fliegen, um Technologietrends zu erkunden, ein Handy aus der Tasche ziehen, das bereits drei, vier Generation alt ist. Mir gings unlängst ähnlich, weil von 62 Teilnehmer/innen in meinem Vortrag nur zwei Personen auf Tripadvisor zurückgreifen, um schlechter Küche nicht auf den Leim zu gehen.
    Uns beiden ging´s besser, bei einem guten Frühstück im Hotel Innsbruck, das mit  (/) 4,5 Punkten von 1.700 Gästen bewertet wurde. Viele Unternehmen in Europa können´s also auch. Da wie dort und anderswo gibt es spannende Entwicklungen. Wer dafür das Silicon Valley besuchen möchte, möge sich bei mir melden.

Nochmal zurück, dass die Leute nicht mehr miteinander reden: Es ist nicht „die böse“ Technik, die schlimme Zeit oder die Gesellschaft, die uns vom Reden abhält. Im Gegenteil. Die Lust ein face2face Gespräch zu beginnen, entspringt nicht selten aus den digitalen Kontakten. In meinem Vortrag/Seminar über DigitalManagement wird auch diesem Punkt besondere Bedeutung geschenkt.

PRAXIS-TIPP für meine Kunden und Leser/innen

Machen Sie zwei Versuche, um „Unkompliziertheit“ zu verstehen:
1. Konfigurieren Sie einen Tesla – einfach unten auf „Bestellen“ klicken.
2. Konfigurieren Sie einen Audi – schönes Auto, tolle Optionen. Die Konfig habe ich jedoch nach gefühlten 15-20 Minuten abgebrochen.


Redakteur: Stefan Schranz, GF der http://www.schranz.com

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